Wein-Gütesiegel und Herkunftsbezeichnungen

Herkunftsbezeichnungen und Wein-Gütesiegel: Weinlektion für Einsteigerinnen und Einsteiger

Das auf Lebensmitteln und Getränken obligatorische Etikett dient offiziell dazu, Verbraucher/-innen den jeweiligen Inhalt und dessen Qualität nahezubringen. Beschäftigt man sich jedoch mit dem stattlichen Sortiment an Weinsorten, so lösen die allgemein unter die Kategorie „Herkunftsbezeichnungen und Wein-Gütesiegel“ fallenden Vermerke eher Verwirrung denn Klarheit aus. Die Ursachen für dieses Phänomen sind fast so vielschichtig wie die Fülle an unterschiedlichen Bezeichnungen selbst. Die berechtigte Frage lautet hier folglich, ob es Wege und Möglichkeiten gibt, sich in dem unübersichtlichen Dickicht aus verschlüsselten Inhaltsbeschreibungen zurechtzufinden und wenn ja, welche.

Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht?!

Zu der Vielzahl an unverständlichen Qualitätssiegeln und Bezeichnungen kommt die fehlende Einheitlichkeit erschwerend hinzu. Zurückzuführen ist diese auf die Tatsache, dass jedes Weinanbauland andere Gesetze und Reglementierungen hat. Anbieter haben hier oftmals so viel Spielraum, dass die Vermerke den Eindruck einer gewissen Willkür vermitteln. Abgesehen davon gibt es gerade in Deutschland Angaben, die gesetzlich bindend sind. Wer sich etwas eingehender damit beschäftigt, kommt der Entschlüsselung vieler einschlägiger Weinetiketten bereits einen großen Schritt näher. Dies bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass ein fortgeschrittenes Know-how bezüglich der hier gelieferten Informationen auch automatisch Aufschluss über die Qualität des jeweiligen Erzeugnisses gibt. Ein Beispiel der Pflichtangaben auf in Deutschland hergestellten Weinen macht diesen Aspekt deutlich. Alkoholgehalt, abgefüllte Menge, Erzeuger bzw. Winzer, Herkunftsland und Abfüller: Das sind auf den Punkt gebracht die wichtigsten Angaben. Ob der Wein nun auf dem eigenen Gut abgefüllt wird oder nicht, ist kein Qualitätskriterium.

Das Weinetikett: einige essentielle Erklärungen zum besseren Verständnis

Abgesehen von den bereits aufgeführten Vermerken enthalten deutsche Prädikats- und Qualitätsweine auch eine amtliche Prüfungsnummer, kurz AP-Nr. genannt. Diese ist als ein Nachweis zu verstehen, dass der jeweilige Wein die behördliche Kontrolle bestanden hat. Bestandteile, die Allergien hervorrufen können, werden ebenfalls gesondert gekennzeichnet. Deutscher Wein ist in vier Qualitätsstufen aufgeteilt. Die unterste beschreibt den Deutschen Wein. Darauf folgen der sogenannte Landwein, der Qualitäts- sowie der Prädikatswein. Letzterer unterteilt sich nochmals in sechs Stufen, die den Zuckergehalt im Traubenmost definieren. Die höchste Prädikatsstufe enthält den meisten Zucker und ist nach dieser Klassifizierung der Eiswein, gefolgt von der Trockenbeerenauslese, der Beerenauslese, der Auslese, der Spätlese sowie dem Kabinettswein.
Ein Traubenadler auf dem Flaschenhals kennzeichnet den jeweiligen Winzer als Mitglied des Verbandes Deutscher Prädikatsweingüter, kurz VDP. Qualitätsweine aus der EU sind unter anderem an den Kürzeln AOP für Frankreich, DOP für Spanien und DOCG für Italien erkennbar.
Einen realen Eindruck von der Qualität eines Weines fern von allen Gütesiegeln der Welt erhalten Sie jedoch nur, wenn Sie frei nach dem Motto: „Probieren geht über Studieren“ verfahren.

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